{"id":2527,"date":"2026-05-12T08:29:40","date_gmt":"2026-05-12T08:29:40","guid":{"rendered":"https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/?p=2527"},"modified":"2026-05-12T10:20:29","modified_gmt":"2026-05-12T10:20:29","slug":"alt-trifft-jung-wie-mehrgenerationen-gaerten-unser-leben-bereichert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/?p=2527","title":{"rendered":"Alt trifft Jung: Wie Mehrgenerationen-G\u00e4rten das Leben bereichern"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-08_49_39-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2529\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\"><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Das sanfte Klicken der Gartenschere, der herbe Duft von feuchter Erde nach einem Sommerregen und das unbeschwerte Lachen eines Kindes, das stolz die erste selbst geerntete Erdbeere in den H\u00e4nden h\u00e4lt. Es sind diese kleinen, fast vergessenen Gl\u00fccksmomente, die in unseren grauen Betonw\u00fcsten immer seltener werden. Zwischen anonymen Fassaden, Abgasen und dem permanenten Rauschen des Gro\u00dfstadtverkehrs sehnen sich junge Familien nach einem St\u00fcck Natur \u2013 nach einem Ort, an dem Kinder noch barfu\u00df \u00fcber Gras laufen und begreifen d\u00fcrfen, dass M\u00f6hren nicht im Supermarktregal wachsen.<\/strong> <strong>Gleichzeitig erleben wir auf dem Land<\/strong>, <strong>in den Ballungsr\u00e4umen und eben auch in vielen Kleing\u00e4rten eine andere, oft leise Trag\u00f6die: die Einsamkeit im Alter. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Einsam im Alter: Wie Fremde zur neuen Familie werden<\/h2>\n\n\n\n<p>Viele Ruhest\u00e4ndler besitzen ein kleines Paradies im Gr\u00fcnen, eben einen Kleingarten. Doch mit den Jahren wird die geliebte Parzelle vom Zufluchtsort zur unbezwingbaren Last. Das Umgraben schmerzt im R\u00fccken, die Knie streiken beim Unkrautj\u00e4ten, und der Kleingartenverein droht mit der K\u00fcndigung, weil die Parzelle zu verwildern droht. Der Verlust des Gartens bedeutet f\u00fcr viele Senioren den Verlust ihrer Lebensaufgabe und den R\u00fcckzug in die soziale Isolation.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier schl\u00e4gt das Herz der Mehrgenerationen-G\u00e4rten. Das Konzept ist so simpel wie tief ber\u00fchrend: Es verbindet die Sehnsucht der Jungen mit dem Wissen der \u00c4lteren. Es ist eine Symbiose, bei der keine Geldbetr\u00e4ge flie\u00dfen, sondern Wertsch\u00e4tzung, Zeit und Tatkraft. Eine Br\u00fccke zwischen den Generationen, die zeigt, dass wir die gro\u00dfen Krisen unserer Zeit \u2013 die Vereinsamung und die Entfremdung von der Natur \u2013 nur gemeinsam l\u00f6sen k\u00f6nnen.Ein Mehrgenerationen-Garten ist kein reines Zweckb\u00fcndnis zur Arbeitsaufteilung. Es ist ein Ort der Begegnung, an dem emotionale Bindungen wachsen, die in unserer schnelllebigen Gesellschaft selten geworden sind. Wenn der 75-j\u00e4hrige G\u00fcnther der sechsj\u00e4hrigen Lina zeigt, wie man zarte Tomatenpflanzen ausgeizt, geht es um weit mehr als nur um G\u00e4rtnerwissen. Es ist ein Moment des Innehaltens. G\u00fcnther erf\u00e4hrt eine tiefe Sinnstiftung, weil seine \u00fcber Jahrzehnte gesammelten Erfahrungen pl\u00f6tzlich wieder gebraucht und gesch\u00e4tzt werden. Er ist nicht mehr der \u201ealte Mann, der Hilfe braucht\u201c, sondern ein Mentor, ein gesch\u00e4tzter Ratgeber.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Gro\u00dfstadtfamilie wiederum \u00f6ffnet sich ein Raum der Entschleunigung. Die Eltern, oft gestresst vom Spagat zwischen Beruf und Erziehung, finden beim Umgraben des Beetes oder beim Schneiden der Hecke einen k\u00f6rperlichen Ausgleich zum digitalen Alltag. Die Kinder gewinnen im besten Fall eine \u201eLeih-Oma\u201c oder einen \u201eLeih-Opa\u201c. Da wird nach getaner Arbeit gemeinsam auf der h\u00f6lzernen Veranda Rhabarberkuchen gegessen, es werden Geschichten von fr\u00fcher erz\u00e4hlt, und das gegenseitige Vertrauen w\u00e4chst. Der Garten wird zu einem gesch\u00fctzten Raum, an dem die Generationen voneinander lernen: Die Jungen lernen Geduld und Respekt vor der Natur; die \u00c4lteren sch\u00f6pfen neue Lebensenergie aus der Unbeschwertheit der Kinder.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-08_53_50-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2531\" srcset=\"https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-08_53_50-1024x576.png 1024w, https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-08_53_50-300x169.png 300w, https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-08_53_50-768x432.png 768w, https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-08_53_50-1536x864.png 1536w, https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-08_53_50.png 1672w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Der rechtliche Parcours<\/h2>\n\n\n\n<p>So romantisch die Idee des gemeinsamen G\u00e4rtnerns ist, so real sind die juristischen Rahmenbedingungen in Deutschland. Wer in einer Kleingartenanlage (KGV) wirtschaftet, bewegt sich im strengen Rahmen des <strong>Bundeskleingartengesetzes (BKleingG)<\/strong> sowie den individuellen Satzungen der Landes- und Regionalverb\u00e4nde. Damit das Generationen-Projekt nicht an b\u00fcrokratischen H\u00fcrden scheitert, m\u00fcssen alle Beteiligten die rechtlichen Spielregeln genau kennen und einhalten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Die kleing\u00e4rtnerische Nutzung (\u00a7 1 BKleingG)<\/h2>\n\n\n\n<p>Der h\u00e4ufigste Konfliktherde bei jungen Familien ist die Vorstellung vom Garten als reiner Freizeit- und Spielfl\u00e4che. Das Gesetz ist hier unerbittlich: Ein Kleingarten dient der \u201eGewinnung von Gartenbauerzeugnissen f\u00fcr den Eigenbedarf\u201c und der Erholung. In der Praxis hat sich die sogenannte <strong>Drittel-Regelung<\/strong> etabliert. Das bedeutet: Mindestens ein Drittel der Gartenfl\u00e4che muss f\u00fcr den Anbau von Obst, Gem\u00fcse und Kr\u00e4utern reserviert sein. Ein weiteres Drittel darf f\u00fcr Zierpflanzen und Blumen genutzt werden, und das letzte Drittel steht f\u00fcr bauliche Anlagen (Laube) und Rasenfl\u00e4chen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn eine Familie einzieht und als Erstes ein riesiges Trampolin, einen Pool und eine reine Rasenfl\u00e4che etablieren m\u00f6chte, riskiert der Senior als Hauptp\u00e4chter eine Abmahnung oder sogar die fristlose K\u00fcndigung wegen vertragswidrigen Verhaltens. Die Ruhest\u00e4ndler fungieren hier oft als wichtige \u201eH\u00fcter des Gesetzes\u201c, die den Familien zeigen, wie der Nutzanbau gelingt und gleichzeitig die gesetzlichen Vorgaben erf\u00fcllt werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-11_12_34-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2551\" srcset=\"https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-11_12_34-1024x683.png 1024w, https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-11_12_34-300x200.png 300w, https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-11_12_34-768x512.png 768w, https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-11_12_34.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Die vertragliche Abwicklung: Wer unterschreibt was?<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein zentrales Problem bei Mehrgenerationen-G\u00e4rten ist die Frage der Mitgliedschaft und Pacht. Das deutsche Kleingartenwesen basiert auf dem Prinzip der Eigennutzung. Eine Untervermietung oder die dauerhafte \u00dcberlassung an Dritte ohne Genehmigung des Vorstands ist gem\u00e4\u00df \u00a7 12 BKleingG strengstens verboten. F\u00fcr die Abwicklung des Projekts gibt es im Wesentlichen drei juristische Wege:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Die offizielle Gartenpatenschaft (Der sicherste Weg):<\/strong> Der Senior bleibt alleiniger Hauptp\u00e4chter und Vereinsmitglied. Mit dem Vorstand des KGV wird eine schriftliche Zusatzvereinbarung getroffen \u2013 eine sogenannte Gartenpatenschaft. Darin wird der Familie offiziell das Recht einger\u00e4umt, den Garten mitzubewirtschaften und zu nutzen. Dies sch\u00fctzt den Senior vor dem Vorwurf der illegalen Untervermietung.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Der Doppel-Pachtvertrag (Die rechtliche Gleichstellung):<\/strong> Einige moderne Vereine erlauben es, dass die Familie als Mitp\u00e4chter in den bestehenden Pachtvertrag eintritt. Beide Parteien haften dann gesamtschuldnerisch f\u00fcr Pacht und Mitgliedsbeitr\u00e4ge. Dies setzt jedoch voraus, dass der Verein diese Struktur in seiner Satzung zul\u00e4sst.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die Vereinsmitgliedschaft der Familie:<\/strong> Auch wenn der Senior Hauptp\u00e4chter bleibt, sollten die Eltern der Familie als passive oder aktive Mitglieder in den Verein eintreffen. Das st\u00e4rkt die Akzeptanz innerhalb der Vereinsgemeinschaft und sichert die Familie rechtlich ab, wenn sie sich auf dem Vereinsgel\u00e4nde aufh\u00e4lt.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Haftung und Versicherung im Gartenalltag<\/h2>\n\n\n\n<p>Wo gehobelt wird, fallen Sp\u00e4ne \u2013 und wo geg\u00e4rtnert wird, kann es zu Unf\u00e4llen kommen. Wenn das Kind der Familie \u00fcber eine falsch abgelegte Harke des Seniors stolpert oder die Familie beim Beschneiden der B\u00e4ume das Dach der Nachbarlaube besch\u00e4digt, stellt sich sofort die Haftungsfrage.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Haftpflichtversicherung:<\/strong> Jede Familie muss \u00fcber eine private Haftpflichtversicherung verf\u00fcgen, die auch Sch\u00e4den an geliehenen oder gepachteten Objekten abdeckt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Vereinsversicherung:<\/strong> Kleingartenvereine bieten oft \u00fcber den Landesverband spezielle Versicherungen an (z. B. eine Laubenversicherung gegen Einbruch und Feuer sowie Unfallversicherungen f\u00fcr Mitglieder). Es muss im Vorfeld gekl\u00e4rt werden, ob die \u201eGartenpaten\u201c \u00fcber diese Vereinsstrukturen mitversichert sind oder ob eine private Zusatzabsicherung notwendig ist.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Was passiert im Ernstfall? <\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Thema, das aus falscher Scham oft totgeschwiegen wird, ist das unaufhaltsame Vergehen der Zeit. Was passiert, wenn der Senior schwer pflegebed\u00fcrftig wird oder verstirbt? Ein Kleingartenpachtvertrag ist <strong>kein vererbbares Recht<\/strong>. Er endet gem\u00e4\u00df den allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen mit dem Tod des P\u00e4chters (\u00a7 12 Abs. 1 BKleingG). Das bedeutet: Die Familie hat beim Tod des Seniors keinen automatischen Anspruch darauf, den Garten fortzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit in einer ohnehin schweren Phase der Trauer nicht auch noch das gr\u00fcne Refugium verloren geht, muss von Anfang an folgendes geregelt werden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Die Nachfolgeklausel und das Bewerbungsverfahren:<\/strong> Der KGV-Vorstand entscheidet bei der Neuvergabe einer Parzelle nach pflichtgem\u00e4\u00dfem Ermessen. Es sollte daher fr\u00fchzeitig \u2013 noch zu Lebzeiten des Seniors \u2013 eine schriftliche Absichtserkl\u00e4rung beim Vorstand eingereicht werden. Wenn die Familie bereits jahrelang als offizielle Gartenpaten registriert war, sich aktiv am Vereinsleben beteiligt hat (z. B. bei Gemeinschaftsarbeiten wie dem Heckenschneiden der Vereinswege) und sich bew\u00e4hrt hat, wird ihr vom Vorstand in der Regel ein Vorzugsrecht einger\u00e4umt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die Wertermittlung und Entsch\u00e4digung:<\/strong> Stirbt der P\u00e4chter oder muss der Garten aufgegeben werden, findet eine offizielle Wertermittlung durch Sch\u00e4tzer des Verbandes statt (Wert der Laube, der Anpflanzungen etc.). Der Nachfolger muss diesen Abstand an die Erben des Seniors zahlen. Hat die Familie im Laufe der Jahre eigenes Geld in den Garten gesteckt (z. B. f\u00fcr eine neue Laubeneindeckung), sollte dies vorab in einer privaten schriftlichen Vereinbarung zwischen dem Senior und der Familie dokumentiert werden. So wird sichergestellt, dass Investitionen im Falle einer Aufl\u00f6sung fair verrechnet werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Ein leuchtendes Beispiel<\/h2>\n\n\n\n<p>Wie all diese rechtlichen und emotionalen F\u00e4den in der Realit\u00e4t harmonisch zusammenlaufen, zeigt die Geschichte von G\u00fcnther (74) aus Dresden. G\u00fcnther, dessen Ehefrau vor f\u00fcnf Jahren verstarb, sa\u00df oft stundenlang allein in seiner Laube in der Sparte \u201eAm Elbhang\u201c. Der Garten, den er und seine Frau liebevoll aufgebaut hatten, drohte zu verwildern. Die Himbeerstr\u00e4ucher wuchsen \u00fcber die Wege, das Dach der alten Holzlaube war nach einem Sturm undicht. Der Vereinsvorstand mahnte G\u00fcnther wegen \u201emangelnder kleing\u00e4rtnerischer Nutzung\u201c ab. G\u00fcnther war verzweifelt \u2013 der Garten war seine letzte Verbindung zu seiner verstorbenen Frau.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur gleichen Zeit suchten Sarah (34) und Ben (36), die mit ihren beiden Kindern Moritz (5) und Mia (8) in einer engen Dreizimmerwohnung in der Dresdner Neustadt lebten, h\u00e4nderingend nach einem St\u00fcck Gr\u00fcn. Die Wartelisten der Vereine waren lang, die Preise f\u00fcr Privatgrundst\u00fccke unbezahlbar.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber ein lokales Nachbarschaftsnetzwerk im Internet fanden sie zueinander. Sie trafen sich auf einen Kaffee in G\u00fcnthers Garten. Die Chemie stimmte sofort. Gemeinsam gingen sie zum Vereinsvorstand. Sie legten ein klares Konzept vor: G\u00fcnther bleibt der Hauptp\u00e4chter, Sarah und Ben treten als offizielle Gartenpaten und passive Vereinsmitglieder bei. Sie unterschrieben eine Vereinbarung, die strikt die Einhaltung der Drittel-Regelung und der Ruhezeiten garantierte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Praxis des Gl\u00fccks:<\/strong><br>Ben reparierte als Erstes gemeinsam mit G\u00fcnther das Laubendach. Sarah und die Kinder gruben die alten Gem\u00fcsebeete um, w\u00e4hrend G\u00fcnther auf einem Stuhl daneben sa\u00df und genau erkl\u00e4rte, wie tief die Schaufel in den Dresdner Boden eindringen muss. Im Sommer gossen die Eltern abends nach der Arbeit die Pflanzen, w\u00e4hrend G\u00fcnther mit den Kindern Erdbeeren naschte und ihnen zeigte, wie man aus Weidenzweigen kleine K\u00f6rbe flicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Als G\u00fcnther im vergangenen Winter f\u00fcr drei Wochen ins Krankenhaus musste, k\u00fcmmerte sich die Familie nicht nur um den Garten, sondern besuchte ihn t\u00e4glich, brachte ihm selbstgekochte Suppe und hielt ihn \u00fcber die Pl\u00e4ne f\u00fcrs Fr\u00fchjahr auf dem Laufenden.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00fcnther hat seine Lebensfreude wiedergefunden. Seine Augen leuchten, wenn er von \u201eseinen\u201c Gartenkindern erz\u00e4hlt. Und Sarah und Ben haben f\u00fcr ihre Kinder ein Paradies geschaffen, das sie sich allein niemals h\u00e4tten leisten k\u00f6nnen. Sie haben nicht nur einen Garten gerettet \u2013 sie haben eine Familie gefunden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Fazit: Das gr\u00f6\u00dfte Gew\u00e4chs ist das Miteinander<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Mehrgenerationen-Garten ist kein Selbstl\u00e4ufer. Er erfordert von den J\u00fcngeren den Respekt vor den Regeln des Vereinslebens und die Geduld, den \u00e4lteren Menschen zuzuh\u00f6ren. Er fordert von den \u00c4lteren die Bereitschaft, Kontrolle abzugeben und Leben, Trubel und auch mal Unordnung in ihrem langj\u00e4hrigen Reich zuzulassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn dieser Spagat gelingt und die rechtlichen Leitplanken sauber gesetzt sind, entsteht etwas Magisches. Dann ist der Garten nicht mehr nur eine Parzelle Land nach dem Bundeskleingartengesetz. Er wird zu einem Ort, an dem die Generationen sich gegenseitig st\u00fctzen, an dem Einsamkeit schwindet und an dem die Zukunft unserer St\u00e4dte ein St\u00fcck menschlicher, gr\u00fcner und w\u00e4rmer wird.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwischen anonymen Fassaden, Abgasen und dem permanenten Rauschen des Gro\u00dfstadtverkehrs sehnen sich junge Familien nach einem St\u00fcck Natur \u2013 nach einem Ort, an dem Kinder noch barfu\u00df \u00fcber Gras laufen und begreifen d\u00fcrfen, dass M\u00f6hren nicht im Supermarktregal wachsen. Gleichzeitig erleben wir auf dem Land, in den Ballungsr\u00e4umen und eben auch in vielen Kleing\u00e4rten eine andere, oft leise Trag\u00f6die: die Einsamkeit im Alter. <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2529,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_uag_custom_page_level_css":"","site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"disabled","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"set","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-2527","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-soziale-verantwortung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-08_49_39-e1778569051137.png","uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-08_49_39-e1778569051137.png",1616,909,false],"thumbnail":["https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-08_49_39-150x150.png",150,150,true],"medium":["https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-08_49_39-300x169.png",300,169,true],"medium_large":["https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-08_49_39-768x432.png",768,432,true],"large":["https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-08_49_39-1024x576.png",1024,576,true],"1536x1536":["https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-08_49_39-1536x864.png",1536,864,true],"2048x2048":["https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ChatGPT-Image-12.-Mai-2026-08_49_39-e1778569051137.png",1616,909,false]},"uagb_author_info":{"display_name":"Bj\u00f6rn Raschovsky","author_link":"https:\/\/kgv-hohewarte2.de\/?author=1"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Zwischen anonymen Fassaden, Abgasen und dem permanenten Rauschen des Gro\u00dfstadtverkehrs sehnen sich junge Familien nach einem St\u00fcck Natur \u2013 nach einem Ort, an dem Kinder noch barfu\u00df \u00fcber Gras laufen und begreifen d\u00fcrfen, dass M\u00f6hren nicht im Supermarktregal wachsen. 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